Institut für Sprachen, Kunst und Kultur | Company Day im Sprachenatelier Berlin
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Lisa Westphal | Corporate Manager, GJU-Projektbüro
Ich liebe dieses knarzende Geräusch unter meinen Füßen – ein altes Treppenhaus, dessen Holzdielen bei jedem Schritt antworten, als würden Sie mit mir sprechen. Das „Sprachenatelier Berlin“ sitzt in einem historischen Haus in Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der zum sogenannten „Samariterkiez“, einem gründerzeitlich geprägten Wohnviertel, gehört. Das denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus aus den Jahren 1906/1907 wurde vom Architekten Hans Liepe für den Maurermeister Oskar Garbe entworfen und besticht durch seine Jugendstilelemente außen wie innen. Der Stil des Gebäudes passt dabei ideal zum Konzept des Sprachenateliers, das Kunst, Kultur und das Erlernen neuer Sprachen miteinander verbindet.
Hier treffe ich auf Matija Sirk, Ansprechpartner für die Lehrenden der DaF-Kurse, und Musa Aktaş, der 2002 das Sprachenatelier gründete. Musa ist verantwortlich für jegliche Personalthemen, aber auch für spontane Dinge, die schnell erledigt werden müssen. Im Gespräch sagte er scherzhaft, dass er auch mal eine Glühbirne wechselt, wenn er feststellt das sie kaputt sei.
Musa erzählt, dass sein Bruder ein prämierter Filmproduzent sei. Diesen cineastischen Einfluss spürt man auch im Sprachenatelier: Filmplakate zieren die Flure und verleihen dem Ort eine künstlerische Atmosphäre.
Stolz zeigt mir Matija den großen Saal mit Stuck an der Decke und malerischen Verzierungen. Hier finden sowohl Unterricht als auch kulturelle Veranstaltungen statt, denn Sprache ist untrennbar mit Kultur verbunden und macht sie lebendig.
Der Name ist Programm. Das „Sprachatelier Berlin – Institut für Sprachen, Kunst und Kultur“ ist keine klassische Sprachschule, sondern kombiniert kulturelle Veranstaltungen mit dem Erlernen von Sprachen. Über 50 sind es mittlerweile, darunter Hindi, Mongolisch, Kurdisch, Urdu oder Tagalog (Sprache auf den Philippinen), aber natürlich auch Deutsch und Arabisch. Bis zu 180 freiberufliche Lehrende unterrichten hier ihre Sprachkünste.
Lebensnaher Unterricht, kommunikative Übungen und kulturelle Einblicke verbinden sich zu einem modernen Lernkonzept
Kunst und Kultur bilden hier den lebendigen Kern, der Menschen verbindet. Wöchentliche Stammtische, gemeinsame Erkundungstouren durch die Berliner Kulturszene, Kunstkurse für Fotografie oder Grafik und Projekte wie die kurdischen Filmfesttage oder ein gemeinsames Theaterstück machen Sprache erlebbar. Die kulturelle Dimension spielt eine zentrale Rolle: Beispielsweise vermittelt ein Theaterkurs Einblicke in gesellschaftliche Strukturen, Traditionen und Lebensrealitäten der arabischen Welt. Diese Verknüpfung von Sprache und Kultur gilt als entscheidender Faktor für nachhaltiges Lernen. So werden Sprachen nicht nur gelernt, sondern ganz natürlich und spielerisch „nebenbei“ erworben, während kulturelle Lebensweisen direkt und authentisch erfahren werden.
Musa ist besonders wichtig, dass die Menschen, die sein Sprachatelier besuchen, Spaß beim Lernen haben und eine gute Atmosphäre vorfinden. Es ist deutlich spürbar, dass es Musa und Matija nicht nur um die Sprache an sich geht, sondern vor allem darum, was man durch Worte ausdrücken und vermitteln kann. Sprache verstehen sie als Schlüssel, sich mit politischen Themen, Menschenrechten und gesellschaftlichen Problemen aktiv auseinanderzusetzen. Diese Haltung zeigt sich auch in ihrer Vergangenheit: Musa hat bereits ein russisches Filmfestival organisiert, und ihn beschäftigen aktuelle politische Entwicklungen, insbesondere der Krieg in der Ukraine, sehr. Die Auswirkungen dieses und anderer Kriege sind zudem im Alltag der Sprachschule deutlich spürbar.
Praktikum im Sprachenatelier Berlin
Das Sprachenatelier bietet GJU-Studierenden im Deutschlandjahr vor allem ein Praktikum in einem internationalen Umfeld, in dem sie sich in den Bereichen Sprachen, Kunst, Kultur, Management sowie in DaF, Social Media, Marketing oder Design einbringen können.
Für das DaF-Praktikum sind neben Studierenden der Fächer Deutsch als Fremdsprache, Germanistik oder einer Fremdsprache auch Bewerber:innen anderer Fachrichtungen willkommen.
Bewerben können sich grundsätzlich kulturinteressierte und offene Studierende, die gern im Team arbeiten, Lust auf ein praxisnahes Umfeld haben und gute Deutsch- und Englischkenntnisse mitbringen.
Mehr zu den Praxismöglichkeiten findet ihr hier: https://www.sprachenatelier-berlin.de/de/topic/509.jobs-in-berlin.html
Mein herzlicher Dank gilt Herr Musa Aktaş und Herrn Matija Sirk für die spannenden Einblicke in die Welt von Sprache und Kultur beim Sprachatelier.
Text | Katja Medorn (Public Relations Manager)
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