Beschreibung

Das Projekt German Jordanian University

Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist seit dem 01.08.2004 Trägerin des Projektes German-Jordanian University und über das Projektbüro mit Prof. Dr. Geiger als langjährigen Projektleiter federführend am Aufbau der Hochschule in Amman beteiligt.

Die GJU

Die German-Jordanian University (GJU) in Amman ist eine staatliche jordanische Hochschule, die sich in ihrer praxis- bzw. anwendungsorientierten Lehre an dem Modell deutscher Fachhochschulen orientiert.

Finanziell wird der Aufbau durch ein Schuldenumwandlungsprogramm der Bundesregierung sowie durch das DAAD-Programm Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland unterstützt. Ein Viertel des GJU Lehrkörpers kommt aus Deutschland und wird teilweise durch das Projektbüro finanziell gefördert.

Unterstützt wird der Aufbau durch ein Konsortium von deutschen Fachhochschulen, die sich an der Entwicklung der Curricula und an der Auswahl des wissenschaftlichen Personals beteiligen. Während des fünfjährigen Studiums verbringen die Studierenden das vierte Studienjahr in Deutschland. Dieses Jahr teilt sich in ein Hochschulsemester an einer Partnerhochschule und ein Praxissemester in einem deutschen Unternehmen. Die Studierenden lernen vom ersten Semester an Deutsch und erreichen mit dem Abschluss das Niveau B2 nach dem europäischen Referenzrahmen.

Die GJU hat den Studienbetrieb zum Wintersemester 2005/2006 auf dem Campus der Royal Scientific Society in Amman als vorläufigem Standort aufgenommen. Nach der Eröffnung des neu errichteten Campus im Herbst 2012 und mit den dort vorhandenen Lehr- und Lernkapazitäten wird mittelfristig eine Studierendenzahl von 5000 angestrebt. Die Studierendenzahl beträgt gegenwärtig ca. 4400.

Durch die Ausrichtung als Anziehungspunkt für die gesamte arabische Welt soll die GJU zu einem deutschen Zentrum in dieser Region werden und dem weltweiten Bedarf an deutschsprachigen Fachkräften Rechnung tragen.

Die Lehre an der GJU gliedert sich in sieben Fachbereiche, von denen die School of Languages hauptsächlich der Ausbildung für den universitätseigenen Bedarf an Deutschlehrern für den allgemeinen Deutschunterricht des Sprachenzentrums dient.

Die Fachbereiche sind:

1. School of Applied Technical Sciences

2. School of Natural Resources Engineering and Management

3. School of Applied Medical Sciences

4. School of Electrical Engineering and Information Technology

5. School of Architecture and Built Environment

6. School of Management and Logistics Sciences

7. School of Applied Humanities and Languages

Durch die Schaffung des Office of Industrial Links an der GJU wird auch vor Ort der Notwendigkeit von Unternehmensbeziehungen Rechnung getragen. Die intensiven Deutsch-jordanischen Wirtschaftskontakte auf Unternehmens- wie auch Verbandsebene zeichnen die GJU als Erfolgsmodell aus. Von besonderer Bedeutung sind hier die Beziehungen der IHK Magdeburg zu jordanischen Wirtschaftsvertretern sowie das verstärkte Interesse des DIHK. Durch dieses Engagement sind bereits zahlreiche weitere Kontakte zu IHKs deutschlandweit und über diese zu deutschen Unternehmen hergestellt worden.

Insgesamt zeichnet sich dieses, in der arabischen Welt einmalige Fachhochschulprojekt, durch seine Innovationskraft und praxisorientierte Ausbildung der Studierenden aus, die zusätzlich durch den Deutschlandbezug nachhaltig die Beziehungen beider Länder auf allen Ebenen festigen können.

Das Projektbüro

Im Projektbüro an der Hochschule Magdeburg-Stendal laufen alle Fäden des Projektes zusammen. Die vier Mitarbeiter koordinieren das gesamte Konsortium und sind mit Prof. Dr. Geiger an den strategischen Planungen der GJU beteiligt.

Unter anderem werden in Magdeburg das Gesamtbudget des Projektes inklusive der Stipendienzahlungen verwaltet und abgerechnet sowie die entsprechenden Mittel bei den zuständigen Organisationen beantragt. Mit der dritten Förderphase und der erfolgreichen Beantragung der notwendigen Aufbaumittel werden durch das Projektbüro Mittel in erheblicher Höhe in die verschiedenen Aspekte des Aufbaus der GJU investiert.

Die zu Beginn des Jahres 2017 angelaufene vierte Förderphase des Projekts ist bis Ende 2018 befristet. Im Projektbüro werden aus den Mitteln vier MitarbeiterInnnen finanziert, die das Projekt unter der Federführung des Projektleiters steuern. Hierunter fallen insbesondere die Unternehmenskontakte, die Studierendenbetreuung, die Finanzverwaltung sowie die Projektkoordination mit allen Akteuren.

Neben den Personalkosten für Zuschüsse an Mitarbeiter der GJU werden insbesondere Lehraufenthalte deutscher Professoren an der GJU finanziert. Über dieses so genannte Flying Faculty Programm wird ein zusätzlicher Anteil deutscher Lehre in Amman sichergestellt. In den vergangenen Jahren nahmen auch immer wieder Lehrende der Hochschule Magdeburg Stendal an diesem Programm teil. Zusätzlich zu den Strukturmitteln wurden Drittmittel vom DAAD für Stipendien an der GJU sowie für Aufenthalte in Deutschland eingeworben. Die von der Hochschule Magdeburg-Stendal vergebenen Stipendien werden zur Finanzierung der Studiengebühren leistungsstarker Studierender der GJU sowie zur Unterstützung der obligatorischen Deutschlandaufenthalte verliehen. Ein großer Teil wird auch zur Unterstützung der Hochschulsommerkurse verwendet, die im gesamten Bundesgebiet durchgeführt werden und bis jetzt über 700 jordanischen Studierenden einen einmonatigen Intensivsprachkurs in einer der Partnerhochschulen ermöglicht haben.

Auch in Magdeburg werden die Sommerkurse gefördert Im Rahmen der Sprachkurse konnte auch der Standort Magdeburg als zukünftiger Studienort für das Deutschlandjahr mehr in den Focus der Studierenden gerückt werden und insgesamt ein positives Bild des Landes Sachsen Anhalt aufgebaut werden. Die vorher erkennbaren weniger positiven Erwartungshaltungen an ein ostdeutsches Bundesland konnten damit allesamt widerlegt werden.

Durch den Multiplikatoreneffekt der rückkehrenden Studierenden aus den Sommerkursen wird das Gesamtbild des Landes an der GJU verbessert und zeigt bei der Hochschulwahl für den Deutschlandaufenthalt Wirkung. Insbesondere die Reise des ehemaligen sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Prof. Böhmer Anfang 2009 sowie die Reise von Ministerin Prof. Wolff 2011 nach Amman trugen zur Stärkung der Beziehungen auch auf Landesebene bei.

Der Ministerpräsident wurde von einer Delegation der Wirtschaft Sachsen-Anhalts begleitet, die im intensiven Austausch mit jordanischen Unternehmern und Verbänden nachhaltige Kontakte aufbauten. Durch diese Unternehmerreise wurden für die Studierenden der GJU im Land weitere Praktikumsmöglichkeiten geschlossen, die den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt in Jordanien weiter bekannt machen.

Während des Besuchs von Prof. Wolff wurden erste Kontakte für das „Deutsch-Arabische Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien“ (DAKEE) geknüpft, das die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Sachsen-Anhalt und Jordanien auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien fördern wird. Hieraus entwickelte sich 2012 eine entsprechende Delegationsreise mit Unterstützung der GIZ zur weiteren Vernetzung deutscher und jordanischer Unternehmen.

Durch die bereits in Amman geknüpften Kontakte zu Unternehmen in Sachsen-Anhalt wurde der Grundstein für weitere Unternehmenskontakte gelegt. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser Kontakte wurde auch der Kontakt zur IHK Magdeburg intensiviert, durch den ein enges Multiplikatorennetz in Deutschland geknüpft wird.

Der enge Kontakt zu Arbeitgebern in Deutschland sichert den Studierenden umfassende Möglichkeiten für einen Praktikumsaufenthalt in Deutschland. In diesem Bereich konnte bereits eine Datenbank mit mehr als 1000 Praktikumsmöglichkeiten erstellt werden. Weiterhin unterstützt das Projektbüro die Studierenden bei der Vorbereitung ihrer Bewerbungen sowie mit praktischen Hilfestellungen während ihres Deutschlandaufenthalts.

Insgesamt hat das GJU-Büro bisher über 3000 Studierende dabei unterstützt, ihr Deutschlandsemester an einer Partnerhochschule zu absolvieren. Im Wintersemester 2017/18 halten sich ca. 370 Studierende an den Partnerhochschulen sowie über 400 Studierende in Praktikumsunternehmen auf. Für alle Studierenden teilt sich das Deutschlandjahr in ein Semester an einer deutschen Partnerhochschule sowie ein Semester im Praktikum in einem deutschen Unternehmen.

Bisher konnten alle Studierenden erfolgreich an eine Partnerhochschule und in das entsprechende Praktikum vermittelt werden.